Ward Tied!

Es ist der 24. April 2005, als ich zum ersten Marathon antrete. Ich habe fleißig trainiert, und auch, wenn ich mein Wettkampfgewicht nicht komplett erreicht habe, bin ich bester Dinge, als es in den Morgenstunden an den Start geht. Das Wetter ist perfekt, nicht zu warm, nicht zu kalt. Ich bin mit Gel und Wasser ausgestattet, meine Schuhe sind eingelaufen, die Vaseline ist an den richtigen Stellen appliziert – was soll mich also aufhalten?

Der Lauf startet sehr gut. Ich laufe ein entspanntes Tempo, und so fliegen die Kilometer nur vorbei. 1, 2, 3, 5, 10 Kilometer, kein Problem. Dann kommt Kilometer 15,5 …

Es geht in den Wallringtunnel, und beim bergab Laufen passiert es dann: Ich vertrete mich und spüre einen kurzen, aber heftigen Schmerz in den Adduktoren. Als ich aus dem Tunnel wieder raus komme, ist mein Lauf schon gar nicht gar nicht mehr so rund wie vorher. Die Schmerzen halten sich aber in Grenzen. Vorerst. Also weiter, um die Binnenalster, am Alsterpavillon vorbei und dann entlang der Außenalster weiter gen Norden. Das Ziehen wird Stück für Stück stärker, aber ich beiße mich weiter durch – hab ich doch eine Wette zu verlieren.

Letztlich muss ich bei Kilometer 23,5 aussteigen, aber immerhin habe ich bis dahin durchgehalten. Ich stelle mich an die Seite und warte auf den Besenwagen, der mich noch die restlichen 800 Meter bis zu meinem Zuhause mitnimmt. Der Mann mit dem Hammer lacht sich kaputt, hab ich es doch nicht mal annähernd in seine Sichtweite geschafft. Die erste Marathonwette ist verloren.

Zwei Jahre später dann der zweite Anlauf. Besser trainiert, bestens vorbereitet, alles ist angerichtet. Diesmal soll es klappen, und wenn ich schon nicht im Ziel ankomme, dann doch wenigstens ein Stück weiter als beim ersten Mal. Der Startschuss fällt, und es geht bestens los. Ich werde es schaffen, ich werde die 42,195 km knacken. Denke ich.

Pustekuchen. Bei Kilometer 3 knicke ich auf freier Strecke um. Kein Gulli in der Nähe, kein Kantstein, ebene Straße, nur eine Millisekunde eine Unachtsamkeit. Zack! Knöchel verstaucht, das war’s. Zweite Marathonwette verloren. Ist wohl nicht mein Ding. Also meine Ambitionen vergraben.

Aber wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei. Nun ist es also so weit. Die Vorlaufzeit wird diesmal ein wenig länger, und die Modalitäten der Wette kommen auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Bis dahin soll dieses Blog als eine Art Trainingstagebuch dienen. Eine Unterstützung beim Abnehmen sein. Ziel ist es, erst das Wettkampfgewicht zu erreichen und anschließend ins Marathontraining wieder einzusteigen, anstatt beides miteinander zu verbinden. So als grobe zeitliche Einordnung: Der Hamburger Marathon 2016 wird es eher nicht werden. 😉